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Liebe Grüne,

Hier schreiben alle zwei Wochen Aktivistinnen und Aktivisten der „Fridays for Future“-Bewegung.

lasst mich ehrlich sein: Ich wünschte mir, ich müsste diesen Brief nicht schreiben. Eigentlich sollte ja klar sein, dass bei einer Partei, bei der konsequenter Klimaschutz immer oben draufsteht, dann auch konsequenter Klimaschutz drin ist. An diesem Wochenende findet eure Bundesdelegiertenkonferenz statt, und es wird über ein Wahlprogramm abgestimmt, welches die Möglichkeit hätte, klimagerechte 1,5-Grad-Politik wählbar zu machen – aber es nicht tut.

Wir stehen an einem Scheidepunkt, und es scheint, als hätten auch die Grünen nicht verstanden, was diese Grenze von 1,5 Grad globaler Erhitzung wirklich bedeutet. Als hätten sie nicht verstanden, dass man mit dieser Grenze keine Kompromisse mehr machen kann, weil sie schon der Kompromiss ist. Deswegen funktioniert es hier auch nicht, es „allen recht machen zu wollen“. Wenn es Kräfte gibt, die nur für eine faktische Drei-Grad-Politik stehen, dann ist das der Punkt, an dem man Absagen machen muss. Es gibt schlichtweg keine Mitte, in der man sich treffen könnte.

Das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung hat erst in dieser Woche neue Erkenntnisse zu den gefürchteten Kipppunkten in unseren Klimasystemen veröffentlicht. Da heißt es: Schon bei einer Erwärmung von zwei Grad treten bei einem Drittel aller aktuellen Simulationen Wechselwirkungen und Dominoeffekte zwischen den Kipppunkten auf. Die Klimakrise ist so real und so nah wie nie zuvor. Und als junger Mensch macht mir das Angst.

Wenn wir es schaffen wollen, diese Szenarien zu verhindern, müssen spätestens in der nächsten Legislaturperiode die nötigen Maßnahmen dafür getroffen werden. Es bleibt einfach keine Zeit mehr für fehlenden Mut, für faule Kompromisse und für Greenwashing im Wahlkampf. Wenn es um Klimapolitik geht, dann bleibt das 1,5-Grad-Limit der Maßstab. Für alle Parteien – und auch und vor allem für die Grünen.

Denn wenn selbst die Partei es nicht schafft, der die Mehrheit der Deutschen in Umfragen die höchste Klimakompetenz zuschreiben, dann ist es kein Wunder, dass auch keine andere Partei sich ernsthaft darum bemüht. Man kann ja schließlich sagen „Noch mehr Klimaschutz geht gar nicht!“ und „Die Grünen machen das doch auch nicht!“.

Ich wünschte, 1,5-Grad-Politik wäre mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. Aber solange es keinen Plan gibt, wie man diesen Maßstab erfüllt, werden wir weiter auf der Straße sein. Weil wir wissen, dass Veränderung möglich ist. Wenn Menschen für sie kämpfen – kompromisslos.

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