Die  Weltklimakonferenz 2020 wurde wegen der Corona-Pandemie auf den November 2021 verlegt.
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Die Weltklimakonferenz 2020 wurde wegen der Corona-Pandemie auf den November 2021 verlegt.

Klimabrief

Liebe Frau Ursula von der Leyen,

eine Weltklimakonferenz würden Sie auch digital hinbekommen! Ein Klimabrief von Lina Gobbelé (Fridays for Future) an die Präsidentin der EU-Kommission.

Als Präsidentin der Europäischen Kommission haben Sie auf der COP (Conference of the Parties) letzten Jahres eine Rede gehalten, in der Sie den European Green Deal vorstellten und als Beitrag zu einem globalen Grünen Deal bezeichneten. Sowieso wurde während des gesamten Events immer wieder betont, wie wichtig die COP für die internationale Zusammenarbeit in Bezug auf die Klimakrise ist und, dass auf der nächsten COP wichtige und ehrgeizige Schritte beschlossen werden müssten.

Die diesjährige Weltklimakonferenz wurde jedoch aufgrund der Corona-Pandemie auf den November 2021 „verlegt“. Während wir natürlich die Entscheidung begrüßen, potenzielle Teilnehmer:innen keiner unnötigen Ansteckungsgefahr auszusetzen, muss dennoch kritisiert werden, dass es darüber hinaus keine – beziehungsweise kaum – Bestrebungen gab, einen vergleichbaren internationalen Austausch beispielsweise in digitaler Form zu ermöglichen.

So wirkt die „Verlegung“ der COP eher wie eine Absage. Diese Absage suggeriert allerdings nicht nur Desinteresse bezogen auf internationale Lösungen der Klimakrise, sondern trifft auch diejenigen in besonderem Maße, die ohnehin zu wenig Gehör bekommen.

Denn die Weltklimakonferenz bietet abgesehen von Regierungsmitgliedern auch Aktivist:innen oder NGOs eine Bühne, um ihre Einblicke zu teilen, was sie gerade für MAPA (Most Affected People and Areas) zu einer wichtigen Veranstaltung macht. Während also zurzeit auf den Philippinen wieder ein Taifun die Heimat Tausender Menschen verwüstet, ist das Thema hierzulande vollkommen in den Hintergrund gerückt.

Mitglieder der Fridays-for-Future-Bewegung schreiben an Politikerinnen und Politiker.

Es lässt sich nur erahnen, wie viel Klimapolitik wir dieses Jahr verschlafen haben, aber wichtig ist, dass schnellstmöglich wieder Nationen übergreifend gehandelt und kommuniziert wird, auch über EU-Grenzen hinaus.

Um in einen solchen Austausch zu kommen, muss die Regierung, aber auch die Europäische Union als Ganzes, Initiative zeigen. Als Beispiel für ein mögliches digitales Format könnte die Mock COP26 (Schein-COP26) herhalten, welche vom 19. November bis 1. Dezember von Jugendlichen aus über 150 Ländern abgehalten wird, und auf der es Veranstaltungen zu vielen verschiedenen Themen rund um Klimagerechtigkeit gibt.

Wenn wir das können, schaffen Sie das auch!

Ihre Lina Gobbelé

Hier schreiben alle zwei Wochen Aktivistinnen und Aktivisten der Fridays-for-Future-Bewegung.

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