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Für Libyen muss eine friedliche Lösung gefunden werden.

Zukunft von Libyen

Libyen steht am Abgrund - und was tut Europa?

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Die Friedensappelle an die Kriegsparteien in Libyen kommen spät, und wieder geht es darum, Fluchtbewegungen zu verhindern. Der Kommentar.

Für afrikanische Migranten, die sich ein besseres Leben in Europa ersehnen, ist Libyen eine der wichtigsten Durchgangsstationen. Nun wird das Transitland zusätzlich zum Herkunftsstaat von Flüchtlingen. Tausende Menschen fliehen schon jetzt vor den Kämpfen um die Hauptstadt Tripolis – und es werden täglich mehr.

Das alarmiert Europas Politiker, die das libysche Drama seit Jahren vor allem unter einem Gesichtspunkt betrachten: Wie hält man die Menschen davon ab, sich in die Boote der Schleuser zu setzen, und wie zwingt man sie zurück in die Hölle der Flüchtlingslager?

Appelle an die Kriegsparteien an Libyen

Nun schlägt also die Stunde der Appelle an die Kriegsparteien in Libyen, die Kämpfe zu beenden und eine friedliche Lösung zu suchen. Aber so richtig sie sind, so wohlfeil und zynisch sind sie auch. Denn wieder geht es vor allem darum, eine neue Flüchtlingsbewegung zu vermeiden.

So paradox es klingt: Nun könnte genau das die Europäer zum Umdenken zwingen. Voraussetzung dafür wäre allerdings ihr Eingeständnis, das ihre Nordafrika-Politik gescheitert ist. Lange meinten sie, den Verfall Libyens ignorieren zu können. Sie haben es versäumt, gemeinsam eine gute Perspektive für das Land zu entwickeln. Aber selbst wenn Libyen am Abgrund steht: Dafür ist es nie zu spät.

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