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US-Botschafter Grenell
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Richard Grenell wird geschäftsführenden Geheimdienstkoordinator.

Kommentar

Der laute Amerikaner

  • Karl Doemens
    VonKarl Doemens
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Der Wechsel des ultrarechten Richard Grenell nach Washington ist kein Grund für Berlin, weil er womöglich an die Spree zurückkehrt. Ein Kommentar.

An diplomatischem Austausch und transatlantischer Verständigung ist ihm wenig gelegen. Als Botschafter in Berlin sah sich Richard Grenell nicht als Brückenbauer, sondern als Rammbock der Weltmacht. Der Adressat seiner markigen Inszenierungen sitzt 7000 Kilometer westlich im Weißen Haus. Nun endlich hat Donald Trump die Bitten seines Bewunderers erhört und zieht den loyalen Gefolgsmann ab.

Dass Trump den ehemaligen Fox-News-Kommentator und ultrarechten Lautsprecher ausgerechnet zum geschäftsführenden Geheimdienstkoordinator macht, entbehrt nicht einer tiefen Ironie. Dieser Widerspruch stört den US-Präsidenten ebenso wenig wie die fehlende fachliche Erfahrung des neuen Ober-Schlapphuts. Trump will vor allem den Geheimdiensten, die er einer finsteren Verschwörung gegen seine Person verdächtigt, einen verlässlichen Aufpasser vor die Nase setzen.

Als Botschafter kann Grenell den Job in Washington zudem ohne Verzögerung kommissarisch übernehmen – freilich nur für 210 Tage. Wird er bis dahin nicht vom Senat bestätigt, muss er den Posten wie sein Vorgänger räumen. Eine Rückkehr nach Berlin scheint nicht ausgeschlossen. Ohnehin muss die Bundesregierung auch mit ihm zusammenarbeiten. Für Jubelfeiern an der Spree gibt es also keinen Anlass. 

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