Kommentar

Die EU ist zu langsam

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Die Kommission der Europäischen Union sollte Klimaneutralität nicht nur als Fernziel ausgeben, sondern muss noch einen realistischen Weg dorthin beschreiben. Ein Kommentar.

Europa wird bis 2050 klimaneutral. So steht es in dem Gesetzentwurf der EU-Kommission. Das hat weltweit Vorbildcharakter - obwohl es eigentlich nur umsetzt, was der Pariser Weltklimavertrag erfordert.

Doch damit genug des Lobes. Nur ein Fernziel aufzustellen, das eingehalten werden muss, wenn die heute verantwortlichen Politiker längst nicht mehr im Amt sind, reicht nicht. Es braucht eine ambitionierte CO2-Reduktionsmarke für 2030, damit die EU-Länder möglichst schnell in die richtige Spur kommen. Doch mit der Entscheidung, ob sie nun 55 oder 50 statt der bisher gültigen 40 Prozent betragen soll, will sich Brüssel noch einmal Zeit lassen- bis zum September. Ein doppelt schlechtes Signal.

Denn erstens ist längst klar, dass es mindestens 55 Prozent sein müssen. Zweitens macht die Verzögerung es fast unmöglich, mit Klima-Verhandlungspartner China eine Vorreiter-Allianz für den nächsten Weltklimagipfel in Glasgow zu schmieden. Der gilt als entscheidende Etappe, um Paris mit Leben zu erfüllen. Das 2030er Ziel muss daher schneller kommen. 

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