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Papst schreibt 28-seitigen Brief an deutsche Katholiken.

Papst Franziskus

Der Papst-Brief - wie eine Tüte Gummibärchen

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Das 19-seitige Schreiben von Papst Franziskus bringt die katholische Kirche hierzulande nicht voran. Der Kommentar.

Mit dem Papstbrief an die deutschen Katholiken gehen die Empfänger um wie mit einer Tüte Gummibärchen. Je nach Vorliebe holen sie die weißen, grünen und roten heraus und lassen die gelben und orangenen drin – oder umgekehrt. Die Seiten aus Rom sind so weitschweifig, teils verquast, dass jeder darin die ihm passenden Zitate findet.

Papst erwähnt den Missbrauch nicht

Jenseits dessen fällt auf: Der Papst erwähnt die strittigen Reizthemen – Missbrauch, Sexualmoral, Frauenordination, Zölibat – nicht. Von einem Denk- und Diskussionsverbot kann keine Rede sein. Andererseits argumentiert Franziskus erneut wie Konservative in der Kirche: Das Herumschrauben an Strukturen werde die Kirche nicht retten, den Glauben nicht erneuern.

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Wenn die Strukturen aber so nebensächlich sind, dann fragt sich, warum Reformgegner an den bestehenden festhalten. Der Papst selbst hat nichts gegen Änderungen und zitiert das schöne Wort von der Tradition, die das „Feuer am Leben erhalten soll, statt lediglich die Asche zu bewahren“. Aber auch dieses Gummibärchen ist nicht nach jedermanns Geschmack.  

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