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„Landratspisten“ werden Subventionsgräber

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Von: Frank-Thomas Wenzel

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Eine Ryanair-Maschine am Flughafen Frankfurt-Hahn.
Eine Ryanair-Maschine am Flughafen Frankfurt-Hahn. © rtr

Regionalpolitiker lassen Mini-Airports für Billigflieger ausbauen - und verzetteln sich damit, wie das Schicksal des Flughafens Hahn zeigt. Jetzt muss zurückgebaut werden. Ein Kommentar.

Das Schicksal des Flughafens Hahn ist exemplarisch. Für Regionalpolitiker waren die Ex-Fliegerhorste, die die einstigen Besatzungsmächte hinterließen, beliebte Spielwiesen. Sie ließen sie teuer zu Mini-Airports für Billigflieger ausbauen, und diese beglückten das Volk mit Flügen nach London oder Barcelona für 19,99 Euro. Gerechtfertigt wurden die nötigen Subventionen damit, dass man in der Provinz Infrastruktur aufbauen wollte, die Jobs schafft.

Das ist gründlich schiefgegangen. Denn Flughäfen funktionieren nur in Ballungsgebieten, wo die Bevölkerungsdichte groß und die Kaufkraft hoch ist. Airports stärken die Metropolen nur noch zusätzlich, da sie Touristen in die Stadt bringen und die Ansiedlung von international agierenden Unternehmen befördern. Jetzt muss zurückgebaut werden.

Gut 30 größere Flughäfen in Deutschland sind viel zu viel. Die „Landratspisten“ sind Subventionsgräber geworden. Viele Millionen Steuergeld werden hier fortlaufend und offenen Auges versenkt. Wir brauchen dringend ein nationales Flughafenkonzept – noch besser wäre sogar ein europäisches. Das muss für Deutschland etwa ein Dutzend Airports aussuchen, die den Flugverkehr abwickeln. Parallel dazu müssen deren Anbindungen an das Schienennetz ausgebaut werden. Das schafft ein nachhaltiges Transportsystem für Güter und ein Beförderungssystem für Reisende, das ohne Subventionen auskommt und damit dauerhaft Arbeitsplätze schafft.

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