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Lammerts Sorgen

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Von: Daniela Vates

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Norbert Lammert und seine Crew bei der letzten Sitzung vor der Bundestagswahl
Norbert Lammert und seine Crew bei der letzten Sitzung vor der Bundestagswahl © dpa

Der scheidende Bundestagspräsident zeigt sich einmal mehr als Wächter der Demokratie. Mit dieser Haltung ging er seinen CDU-Parteifreunden gehörig auf die Nerven. Man wird ihn vermissen. Ein Kommentar.

Statt mit einem wehmütig-weihevollen Rückblick hat sich Parlamentspräsident Norbert Lammert mit einer Mahnung verabschiedet. Demokratie bedeute nicht, dass die Mehrheit immer ihren Willen bekomme, sondern dass auch andere Meinungen geachtet würden.

Lammert ist nicht nur ein guter Redner, sondern ein wacher, feinfühliger Beobachter, kein Parteipolitiker zuallererst, sondern ein Wächter der Demokratie. Das lässt sich auch an seinem Kampf für die Rechte der Minderheiten ablesen, mit dem er seinen CDU-Parteifreunden aus dem Lager der bequemen Mehrheit auf die Nerven ging. Dass Lammert scheinbar Selbstverständliches betont, dass er darauf hinweist, dass Demokratie des Einsatzes bedarf, macht deutlich, wie sehr er sich sorgt.

Rassismus vor Einzug in den Bundestag

Eine Partei, für dessen Führungspersonal Rassismus zum Geschäft zu gehören scheint, steht vor dem Einzug in den Bundestag. Auf manchen Demonstrationen geht es nicht mehr um Argumente, sondern nur ums Brüllen. Aggression scheint eine zunehmend gebilligte Form der Auseinandersetzung.

Lammerts bleibt nicht, um weiter zu mahnen. Seine Worte sollten nicht nur im Moment gelobt und beklatscht, sondern auch erinnert und befolgt werden.

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