Gorch Fock

Längst nicht klar Schiff

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Das Paradeschiff der Bundeswehr darf wieder ins Wasser. Vorläufig. Was ändert das am Skandal um explodierte Kosten? Ein Kommentar.

Da hat Ursula von der Leyen endlich mal einen kleinen Triumph zu feiern: Das Bundeswehr-Segelschulschiff Gorch Fock wurde ausgedockt. Die Verteidigungsministerin eilte nach Bremerhaven, um das mit eigenen Augen zu sehen.

Dabei ist der Test im Wasser nur die Voraussetzung für weitere Reparaturarbeiten und nicht der Startschuss für die nächste Weltumseglung. Angesichts der Schludereien und Betrügereien in der Reparaturgeschichte der Gorch Fock wird selbst ein Zwischenschritt zur kleinen Sensation.

Ob der nun gesetzte Kostenrahmen eingehalten werden kann, ist offen. Ungeklärt bleibt aber vor allem, warum bei der Sanierung angesichts einer Kostensteigerung von zehn auf 135 Millionen Euro im Ministerium nicht Alarm geschlagen wurde. Stattdessen wurden bestehende Warnungen beiseitegewischt.

Das Schulschiff bleibt ein Schulbeispiel dafür, was passiert, wenn ein dringender Wunsch den Blick auf Probleme vernebelt. Dieses strukturelle Problem verschwindet auch dann nicht, wenn die Gorch Fock wieder strahlen sollte. 

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