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Sicherheitskräfte in Hongkong.

Kommentar

Kuschen vor Chinas Macht

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Menschenrechte haben keine Chance, wenn massive wirtschaftliche Interessen ins Spiel kommen. Apple handelt da wie viele Regierungen auch. Der Kommentar.

Greift es zu kurz, Apple zu verurteilen, weil der Mobilfunkanbieter auf Druck Chinas eine App entfernt hat?

Seit September 2019 gibt es HKmap.live. Ursprünglich war die App dafür gedacht, Sehenswürdigkeiten zu markieren. Die Protestbewegung in Hongkong hat eine neue Funktion für die Community-Karte gefunden: Demonstranten tragen die Position von Polizisten ein, andere können sie umgehen.

Kompliziert ist schon die Frage, ob die Zweckentfremdung durch die Demonstranten gegen chinesisches Recht in Hongkong verstößt. Formal muss sich ein internationaler Konzern an nationales Recht halten. In Deutschland dürfen aus gutem Grund keine Nazisymbole veröffentlicht werden, in den USA reicht eine Brustwarze für die Verbannung einer App.

Wenn massive wirtschaftliche Interessen dazukommen, haben Menschenrechte keine Chance: Warum etwa folgen westliche Internetfirmen dem Boykott des Irans durch die USA und schneiden die Bewohner vom Recht der Kommunikation ab?

Solange Politiker vor der Macht Chinas kuschen, muss sich keiner wundern, wenn auch Apple klein beigibt. Da beide vor der wirtschaftlichen Großmacht einknicken, bleibt am Ende nur, sie die Macht der Verbraucher mit Gewissen spüren zu lassen und laut zu bleiben.  

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