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Der Kurdenführer Massud Barzani.

Referendum

Kurden pokern hoch

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Präsident Barzani hat mit dem Votum für Unabhängigkeit einen Trumpf gegen die irakische Zentralregierung in der Hand.

Wahrscheinlich weiß Kurden-Präsident Massoud Barzani selbst noch nicht, wie er das Autonomievotum seines Volkes nutzen will. Er könnte die Unabhängigkeit ausrufen und sich mit allen regionalen Nachbarn plus Europa und den USA anlegen. Oder er könnte das Plebiszit einsetzen, um von Widersacher Bagdad weitreichende Konzessionen herauszuschlagen.

So werden die Kurden trotz ihres klaren Referendums doch wieder vor der Frage stehen, ob sie de facto autonom unter dem Dach des irakischen Staates besser fahren als in einem eigenen Staat. Ihr neuer Staat wäre erpressbar, weil in seinem Wirtschaftsdasein umzingelt von den feindseligen Nachbarn Türkei, Iran und Rest-Irak.

So haben die Kurden mit ihrem Referendum hoch gepokert. Sie streben nach maximaler Distanz zu dem schiitisch dominierten Bagdad. Sollten sie im Staatsverbund verbleiben, müsste die ungeliebte Zentralregierung ihnen noch einmal erheblich entgegenkommen. Scheitert dieser Kompromiss, droht der nächsten Region des Orients das Schicksal von Schutt und Asche.

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