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Die Qualität der Handwerksleistungen dürfte im Schnitt zwar steigen. Aber die Wartezeiten und Preise wegen eines geringeren Angebots ebenso.

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Die Kunden zahlen

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Nur halbherzig führt die Bundesregierung die Meisterpflicht für einige Handwerksberufe wieder ein. Der Kommentar.

Die Halbwertszeit der Regelung betrug 15 Jahre. 2004 hatte der Bundestag in den Hoffnung auf mehr Arbeitsplätze und Auszubildende den Meisterzwang für viele Handwerksberufe abgeschafft. Gestern führte das Parlament den Meisterzwang für zunächst zwölf Gewerke wieder ein. Die Politik kommt damit vor allem dem Drängen der Branchen-Verbände entgegen. Die Kunden dürften am Ende den Preis dafür bezahlen.

Von den 53 betroffenen Gewerken wollen 49 eine „Rückvermeisterung“, aber nur zwölf haben sie zunächst bekommen. Es gibt zwar eine Bestandsgarantie für bereits existierende Betriebe, aber neue Unternehmen zu gründen wird so wieder erheblich schwieriger, weil das Ablegen einer Meisterprüfung kosten- und zeitintensiv ist.

Für die Kunden bedeutet das mittelfristig: Die Qualität der Handwerksleistungen dürfte im Schnitt zwar steigen. Aber die Wartezeiten und Preise wegen eines geringeren Angebots ebenso. Ausgerechnet eine Expertenkommission der Bundesregierung warnt genau davor.

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