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Die Teurung muss mit Markt und Wettbewerb verträglich gemacht werden.

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Service oder Dividende?

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Das Konzept des Briefs stößt an seine Grenzen. Unser Kommentar.

Die Post und das Porto sind ein Dauerärgernis. Jetzt soll es womöglich um 20 Cent auf 90 Cent pro Standardbrief heraufgesetzt werden. Aus Sicht der Post ist das nachvollziehbar. Das Unternehmen ist an der Börse notiert. Anleger verlangen hohe Dividenden. Aber die Deutsche Post ist nicht nur ein gewinnorientierter Konzern, sondern auch ein Dienstleister und soll Briefe bis zum kleinsten Weiler im Bayerischen Wald liefern.

Dieses Konzept stößt an seine Grenzen – mit der Digitalisierung. Die Konflikte werden sich massiv verstärken, wenn Behörden, Banken und Versicherungen die Kommunikation mit ihren Kunden vom Brief auf E-Mail umstellen. Die Politik muss sich entscheiden, ob sie weiter die flächendeckende Zustellung an sechs Tagen in der Woche will. Dann muss man den Bürgern sagen, dass das nur mit staatlichen Subventionen machbar sein wird.

Das aber muss dann mit Markt und Wettbewerb verträglich gemacht werden. Dafür braucht es eine strengere Aufsicht, die notfalls gegen Marktmissbrauch und Quersubventionen mit Bußgeld vorgeht. Davon sind wir meilenweit entfernt. Weil es die Politik nicht wirklich will. Schließlich profitiert auch der Bund von den Dividenden – die Post gehört noch zu gut einem Fünftel dem Staat.

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