Ein Künstler stellt die C-Frage

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Ein Flüchtlingshelfer erwartet von Katholiken eine Ansage Richtung CSU

Himmel, Herrgott, Sakrament!“ hat Andreas Koch seine Onlinepetition überschrieben – und in diesem Titel schwingen all die Wut und der Furor mit, die den Küster und Theatermacher aus dem rheinland-pfälzischen Budenheim umtreiben. Es ist die Zuwanderungspolitik der Christlich-Sozialen Union (CSU), die den 47-Jährigen so auf die Palme bringt. Ihr jüngst beschlossenes Grundsatzpapier und die darin geforderten Verschärfungen in der Flüchtlingspolitik widersprächen allen christlichen Werten, poltert er. „Solche Forderungen sind einer Partei, die das C im Namen trägt, unwürdig“, sagt Andreas Koch. „Die CSU hat sich längst vom Christentum verabschiedet.“

Koch stoßen die täglichen Äußerungen der bayerischen Unionspolitiker zu Flüchtlingsobergrenzen und bevorzugter Zuwanderung aus dem „christlich-abendländischen Kulturkreis“ besonders sauer auf, weil er in seiner Heimatgemeinde einen ganz anderen Umgang mit Schutzsuchenden gewohnt ist.

Von den Bischöfen gab es in den vergangenen Tagen durchaus kritische Worte in Richtung CSU. Deren Vorsitzender Kardinal Reinhard Marx hatte sich am Montag zum Auftakt der Vollversammlung in Fulda „erschrocken und verärgert“ über die Aussagen des CSU-Generalsekretärs Andreas Scheuer gezeigt, die nur darauf abzielten, wie Deutschland Flüchtlinge loswerden könne.

Was Andreas Koch dagegen fehlt, ist eine klare Positionierung der katholischen Laien, deren oberstes Gremium das Zentralkomitee der Katholiken (ZdK) ist. „Statt zu schweigen, sollten sie mit deutlichen Worten die Haltung der Kirchengemeinden im Land unterstützen“, fordert er. „Wir brauchen ein klares Bekenntnis zum christlichen Menschenbild und eine Absage an Äußerungen, die Angst und Vorurteile gegenüber Geflüchteten schüren.“

Um dafür mobil zu machen, hat Andreas Koch eine Onlinepetition gestartet, die sich an das ZdK richtet. Er hofft auf möglichst viele Unterstützer und ein klares Signal an das Gremium, damit dieses den Helfern in den Gemeinden beispringe. „Die Leute haben viel getan, aber jetzt droht Frust“, warnt er. Sie erlebten immer häufiger Ablehnung gegenüber ihren Schützlingen, auch seitens der Behörden. „Das ist sozialer Sprengstoff“, sagt Koch. Deshalb habe das Zentralkomitee eine besondere Verantwortung. Der müsse es dringend gerecht werden.

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