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Kliniken, die eine Behandlung oft durchführen, erzielen laut Studien bessere Ergebnisse  als Häuser, die geringe Patientenzahlen haben.

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Krankenhäuser: Weniger ist mehr

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Eine gute Behandlungsqualität sollte wichtiger sein als dass Bedürfnis des Patienten, in der Nähe ihres Zuhauses und ihrer Angehörigen behandelt zu werden. Der Kommentar.

Dieser Vorschlag erhitzt die Gemüter: Die Zahl der Krankenhäuser in Deutschland sollte mehr als halbiert werden, schlägt eine Bertelsmann-Studie vor. Ein radikaler Vorstoß, vielleicht überzogen, doch die Richtung stimmt.

Auch wenn verständlich ist, dass viele Patienten gerne in der Nähe ihres Zuhauses und ihrer Angehörigen behandelt werden möchten, so sollte Nähe nicht das zentrale Kriterium sein, wenn es um die Gesundheit geht. Am wichtigsten sollte eine hohe Behandlungsqualität sein. Da zeigen Studien seit langem, dass Häuser, die eine Behandlung oft durchführen, bessere Ergebnisse erzielen, als Häuser, die geringe Patientenzahlen haben und deswegen nicht genügend Spezialexpertise aufbauen können. Außerdem führt der ökonomische Druck auf die Kliniken dazu, dass sie eher zu viel behandeln als zu wenig.

Die Berliner Gesundheitspolitiker kennen diese Probleme seit Jahren. Alle Versuche, das System umzubauen, sind aber am Widerstand der Lokalpolitiker und der Bevölkerung gescheitert. Deshalb wird auch diese Bertelsmann-Studie so schnell nichts ändern.

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