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An ein Händeschütteln ist nicht zu denken

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Von: Daniela Vates

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Viele seiner Amtskolleg:innen werden sich vom russischen Außenminister Lawrow beim G20-Treffen fernhalten.
Viele seiner Amtskolleg:innen werden sich vom russischen Außenminister Lawrow beim G20-Treffen fernhalten. © Burhan Ozbilici/dpa (Archiv)

Russlands Außenminister Lawrow wird beim G20-Treffen auf Bali wohl recht einsam sein. Es ist richtig, dem Vertreter der Aggression mit diplomatischen Mitteln entgegenzutreten. Der Kommentar.

G20-Außenministertreffen sind in der Regel freundliche Veranstaltungen. Diesmal aber ist die Diplomatenrunde ein Kräftemessen. Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat sich angekündigt, einer der Verantwortlichen für den Angriff auf die Ukraine, mitschuldig an Tod und Leid vor Ort, an weltweiten Preissteigerungen und einer immer drastischer werdenden Hungerkrise.

Viele seiner Amtskolleg:innen werden sich daher von Lawrow fernhalten. An ein Händeschütteln mit Annalena Baerbock etwa ist kaum zu denken. Dass Lawrow auf Bali von plötzlicher Friedfertigkeit überwältigt wird, gilt als ausgeschlossen. Eher wird er versuchen, den Eindruck eines isolierten Paria-Staates zu zerstreuen.

Und da hat er durchaus Anknüpfungspunkte, Verständnis für imperiale Gelüste bei den einen, ökonomische Interessen bei anderen. Man wolle Russland nicht die Bühne überlassen, hieß es. Das ist der richtige Ansatz, auch wenn das Treffen dadurch zum Krimi werden kann. Denn wenn ein Aggressor alleine durch seine Anwesenheit Abstimmungsgremien sprengen könnte, er hätte ein leichtes Spiel.

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