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Soll auch in Deutschland ein Kopftuchverbot für Kinder eingeführt werden?

Populistische Debatte

Kopftuchverbot: Gegen die Muslime wird Stimmung gemacht

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Mit dem Kopftuchverbot wird gegen die muslimische Minderheit Stimmung gemacht. Eine einfache Lösung kann es in der Debatte nicht geben. Ein Kommentar. 

Dass kleine Mädchen gezwungen werden, mit einem Kopftuch in die Schule zu gehen, kann niemand gutheißen. Das tun übrigens auch die allermeisten Muslime nicht. Kinder sollen frei und unbeschwert aufwachsen, selbstverständlich unabhängig von ihrem Geschlecht. 

Kopftuchverbot: der richtige Weg?

Und sie sollen selbst entscheiden können, ob und auf welche Art und Weise sie sich zu einer Religion bekennen. Egal ob es der Islam, das Christentum oder eine andere Glaubensrichtung ist. Die Frage ist also nicht, ob wir den Kindern hierzulande diese Freiheit zugestehen, sondern ob ein Kopftuchverbot an Grundschulen der richtige Weg ist, sie sicherzustellen. 

Kopftuchverbot führt zu Diskriminierung

Genau hier wird es knifflig. Und zwar nicht nur, weil es im Einzelfall kaum möglich ist, die Grenze zwischen elterlicher Unterdrückung und frei gewähltem religiösem Bekenntnis zu ziehen. Viel schwerer wiegt das Argument, dass ein Verbot eher zur Diskriminierung der Mädchen und ihrer Familien beiträgt, als sie aufzuheben. 

Zumal die Debatte gern von Islamfeinden aller Couleur genutzt wird, um gegen die muslimische Minderheit insgesamt Stimmung zu machen. Umso wichtiger wäre, Menschen nicht ins gesellschaftliche Abseits zu drängen, sie nicht der Argumentation der radikalen Eiferer zu überlassen, sondern sie durch Programme an Schulen, durch interkulturellen Dialog zu überzeugen. Leicht wird das nicht. Und einen solch langwierigen Prozess zu gestalten, fällt angesichts verhüllter Siebenjähriger schwer. Doch die einfache Lösung, die ein Verbot verspricht, gibt es nicht.

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