ÖLPREIS

Konzept für Umbau fehlt

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Russland und Saudi-Arabien streiten über die Fördermenge von Öl und lösen einen Preisrutsch, was keinem hilft. Ein Kommentar.

Wozu das Coronavirus alles gut sein kann. Jetzt hat es zu einem Crash beim Ölpreis geführt. Deutsche Autofahrer können Diesel-Kraftstoff demnächst vielleicht für weniger als einen Euro pro Liter tanken. Doch es geht um noch viel mehr.

Lange haben die Hauptkontrahenten Saudi-Arabien und Russland einigermaßen an einem Strang gezogen und mit Förderbeschränkungen den Ölpreis stabilisiert. Die Saudis drosselten gar stärker, als sie mussten. Russland aber pumpte zuletzt mehr als vereinbart auf den Weltmarkt – Präsident Wladimir Putin braucht das Geld, um unter anderem seinen Großmachtambitionen nachzugehen. Nun reicht es den Saudis. Sie drohen, das Angebot deutlich zu erhöhen, und haben damit den Preiscrash ausgelöst.

Das zeigt auch, wie fragil das Geschäft mit dem wichtigsten Rohstoff der Welt geworden ist. Die Nachfrage wird in den nächsten Jahren kontinuierlich zurückgehen. Die Autobranche stellt auf den E-Antrieb um. Auch für Russland bedeutet dies, dass die Wirtschaft umgebaut werden muss. Ein Konzept von Putin ist aber nicht bekannt. 

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