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Jeroen Dijsselbloem vergreift sich im Ton.

EU

Kommunikation auf Kneipenniveau

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Eurogruppenchef Dijsselbloem wirft Südeuropäern vor, Geld "für Schnaps und Frauen" zu verprassen. Das ist niveaulos. Aber ein Körnchen Wahrheit steckt auch darin. Ein Kommentar.

Ich habe viel Geld für Alkohol, Frauen und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest habe ich ein einfach verprasst“, sagte mal der Fußballer George Best. Ziemlich lustig. „Ich kann nicht mein ganzes Geld für Schnaps und Frauen ausgeben und anschließend Sie um Ihre Unterstützung bitten“, hat jetzt der Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem in einem „FAZ“-Interview an die Adresse der EU-Südländer gesagt. Das fanden viele nicht lustig. Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos forderte am Mittwoch eine Entschuldigung von Dijsselbloem. Seine Worte seien „unglücklich in Form und Inhalt“.

Unglücklich in der Form? Ja. Wir sind zurzeit von führenden Politikern in Ost und West Schlimmeres gewohnt, aber es wäre doch schön, wenn öffentliche politische Debatten nicht auf Kneipenniveau geführt würden.

Inhaltlich hat Dijsselbloem das alte Lied gesungen, dass der Süden über seine Verhältnisse gelebt habe. Womit er die Ursachen der vielfältigen Krisen der Südländer stark vereinfacht. Wahr ist aber: Viele spanische Banker haben das gute Leben genossen (Alkohol und teure Autos eingeschlossen), während sie ihre Institute in den Ruin führten. Gerettet haben sie die spanischen Steuerzahler und ein Notkredit der Troika. Worüber sich die Spanier selbst viel mehr aufregen als die Gläubiger aus dem Norden.

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