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Wie wichtig mutige und aktive Kommunalpolitiker sind, werden wir erst merken, wenn sie fehlen.

Anfeindungen

Kommunalpolitik in Zeiten des Hasses: Amt, Angst und Ehre

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Ehrenamtliche Politikerinnen und Politiker müssen nicht nur gegen Drohungen geschützt, sie müssen auch unterstützt werden, damit sie nicht irgendwann fehlen. Der Kommentar.

Stellen Sie sich vor, Sie haben sich in Ihrer Stadt oder Ihrem Dorf für ein Amt zur Verfügung gestellt, hauptberuflich oder ehrenamtlich. Der „Lohn“ besteht in Hassmails und Drohungen, und die Polizei rät Ihnen, immer schön zu schauen, ob die Radmuttern am Auto nicht lose sind. Wer wundert sich, dass viele Kommunen über Schwierigkeiten klagen, politische Ämter zu besetzen?

Ehrenamt erfordert Anerkennung und Zeit

Es ist gut, dass die Sicherheitsbehörden offenbar aufmerksamer geworden sind. Aber ein Run auf die (Ehren-)Ämter würde auch dann nicht einsetzen, wenn die Drohungen nachließen. Gerade die ehrenamtliche Tätigkeit erfordert nicht nur Anerkennung, sondern auch viel Zeit. Und die bleibt oft nicht zwischen verdichteter Arbeit und Organisation der Familie – vor allem für Frauen nicht.

Mutige und aktive Kommunalpolitiker sind enorm wichtig

Es wird sich auch strukturell etwas ändern müssen an unseren politischen Institutionen. Stundenlange Abendtermine, bei denen die Qualität der Diskussionen ja mit der Dauer nicht automatisch steigt, müssen in digitalen Zeiten nicht immer sein. Und vor allem die Parteien müssen engagierte Menschen auch dann einbinden, wenn sie nicht an jedem Termin teilnehmen können.

Wenn sich nichts ändert, gilt: Wie wichtig mutige und aktive Kommunalpolitiker sind, werden wir erst merken, wenn sie fehlen.

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