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Schutz vor Corona: zwischen den Extremen

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Von: Pamela Dörhöfer

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Verantwortungslos oder überfälliger Schritt zurück zur Normalität?
Verantwortungslos oder überfälliger Schritt zurück zur Normalität? © Oliver Berg/dpa

Nach der Corona-Krise müssen wir zwar zurück in die Normalität, dürfen dabei aber nicht verantwortungslos Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler infiziert in die Schule schicken. Der Kommentar.

Wer sich mit Corona infiziert hat, aber nicht krank fühlt, darf in mehreren Bundesländern wieder am Unterricht teilnehmen. Rheinland-Pfalz setzt noch einen drauf: Dort müssen Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler künftig sogar präsent sein, wenn sie symptomlos infiziert sind; wenn auch mit Maske.

Verantwortungslos oder überfälliger Schritt zurück zur Normalität? Von beidem etwas. Zunächst einmal ist es sinnvoll, Sars-CoV-2 allmählich wie andere Erreger von Atemwegsinfekten zu behandeln, da die Zahl schwerer Erkrankungen deutlich gesunken ist. Aber das sollte nachvollziehbar geschehen. So aber wirkt es, als ob manche in der Politik von einem Extrem ins andere fallen; wo es vorher nicht scharf genug sein konnte, kann jetzt nicht schnell genug alle Vorsicht fallengelassen werden.

Denn in einem Punkt ist das Coronavirus eben doch nicht wie Grippe- oder Schnupfenviren: Es kann auch dann übertragen werden, wenn man infiziert ist, aber keine Beschwerden hat. Das lässt sich oft nicht vermeiden, weil viele keine Ahnung haben, dass sie das Virus in sich tragen. Doch bei den neuen Regelungen geht es um Menschen, die wissentlich infiziert sind. Dieses Risiko gerade an einem Ort wie der Schule mit ihren vielen Kontakten bewusst in Kauf zu nehmen, das erscheint dann doch etwas leichtsinnig.

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