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Zu viele Hürden

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Von: Andreas Schwarzkopf

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Die Umsetzung der Pläne der Europäischen Union scheitern an der gegensätzlichen Rhetorik der verschiedenen Mitgliedsstaaten.
Die Umsetzung der Pläne der Europäischen Union scheitern an der gegensätzlichen Rhetorik der verschiedenen Mitgliedsstaaten. © Thomas Trutschel/Imago

Wenn die Europäische Union wirklich gemeinsam Waffen kaufen will, müssen die EU-Staaten ihre nationalen Egosimen hintanstellen. Ein Kommentar.

Man hört die Botschaft der Europäischen Union gerne, Waffen künftig gemeinsam einkaufen zu wollen, doch noch fehlt der Glaube, dass die Europäer dieses Ziel in naher Zukunft umsetzen. Denn die Vorteile sind seit langem bekannt. Wenn viele militärisches Gerät kaufen, werden sie günstiger. Noch mehr Geld wird gespart, wenn ein Waffensystem zum gemeinsamen Standard wird. Damit sinkt der Druck, sie exportieren zu müssen, um in die Gewinnzone zu kommen.

Doch bislang haben die EU-Staaten diese und andere Vorteile ignoriert, weil ihnen nationale Rüstungfirmen wichtiger waren. Zudem müssten sie sich erst darauf verständigen, welcher Waffentyp künftig für alle europäischen Armeen hergestellt werden und welches Unternehmen dafür den Auftrag erhalten soll. Wie schwierig das ist, haben Deutschland und Frankreich gezeigt beim Streit über einen modernen Panzer. Ähnliches erzählt die unrühmliche Geschichte des militärischen Transportflugzeugs Airbus 400M.

Speziell hierzulande kommt hinzu, dass die meisten Menschen verständlicherweise am liebsten überhaupt keine Waffen produzieren lassen wollen. Daran hat auch Putins Krieg in der Ukraine wenig geändert. Es wird den EU-Staaten nicht leichtfallen, all diese Hürden in der gebotenen Eile zu beseitigen.

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