1. Startseite
  2. Meinung
  3. Kommentare

Zu dicke Luft

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Joachim Wille

Kommentare

Abgase
Europas Umwelt soll frei von Schadstoffen werden. © Marijan Murat/dpa

Es ist falsch, wenn die EU-Kommission für 2030 Luft-Grenzwerte vorschlägt, die zwar schärfer sind als die heutigen, aber deutlich über den WHO-Empfehlungen liegen. Der Kommentar.

Europas Umwelt soll frei von Schadstoffen werden. Ein prima Ziel. Nur leider: Die EU-Kommission will sich damit fast drei Jahrzehnte Zeit lassen, bis 2050. Gut Ding will Weile haben? In diesem Fall nicht. Beispiel Luftverschmutzung: Jedes Jahr sterben in Europa Hunderttausende vorzeitig, weil die Luft zu stark mit Feinstaub und Stickoxiden belastet ist. Jeder weiß oder kann sich zumindest vorstellen, welches Leid die vielen Herz-, Lungen- und Krebserkrankungen verursachen, die hinter solchen Zahlen stecken. Daher muss schnell gehandelt werden.

Kommissions-Vizechef Timmermans hat richtig erkannt: „Je länger wir den Kampf gegen die Umweltverschmutzung aufschieben, desto höher sind die Kosten für die Gesellschaft.“ Umso unverständlicher, dass Brüssel dann für 2030 Luft-Grenzwerte vorschlägt, die zwar schärfer sind als die heutigen, aber deutlich über den WHO-Empfehlungen legen. Das provoziert weiterhin viele Erkrankungen und Todesfälle.

Was dahintersteckt, ist freilich offensichtlich: enormer Druck von Wirtschaftslobbys, von fossiler Energie über Verkehr bis Landwirtschaft. Nun kommt es darauf an, dass das Europaparlament und fortschrittliche EU-Länder in den Verhandlungen Druck machen, damit das nicht das letzte Wort bleibt.

Auch interessant

Kommentare