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Zeit für eine Klimaallianz

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Von: Joachim Wille

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Der Widerstand der Industrieländer gegen zusätzliche Finanzinstrumente ist weiter hoch. Der Widerstand der Protestler in Scharm el-Scheich gegen diesen Widerstand auch.
Der Widerstand der Industrieländer gegen zusätzliche Finanzinstrumente ist weiter hoch. Der Widerstand der Protestler in Scharm el-Scheich gegen diesen Widerstand auch. © Gehad Hamdy/dpa

Die Entwicklungsländer brauchen Geld für CO2-Sparen und Klimaanpassung. Die Blockade dieser Forderung kann nur überwunden werden, wenn die EU als Vorreiterin eine Allianz mit den am stärksten klimagefährdeten Ländern eingeht. Der Kommentar.

Zweite Halbzeit beim UN-Klimagipfel in Scharm el-Scheich, die Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen. Denn es hat sich zwar als gute Strategie herausgestellt, die Staats- und Regierungschef:innen gleich zu Beginn der Konferenz vor einer Woche einzufliegen. Die Aufmerksamkeit war hoch. Auch wurde kurzfristig beschlossen, die Finanzierung von Klimaschäden in die Gipfel-Agenda aufzunehmen. Trotzdem ist der Widerstand der Industrieländer gegen zusätzliche Finanzinstrumente weiter hoch.

Hoffnungen hatten viele in US-Präsident Joe Biden gesetzt. Er konnte mit seinem großen nationalen Klimaprogramm punkten. Doch beim Thema der internationalen Finanzierung für CO2-Sparen und Klimaanpassung lieferte er einen Blackout. Die USA steuern weiterhin nur peinlich wenig zu den seit 2009 versprochenen 100 Milliarden Dollar jährlich für die Entwicklungsländer bei.

Damit fehlt eine wichtige Basis für ein ambitioniertes Arbeitsprogramm zum Klimaschutz vor 2030, der entscheidenden Phase für das 1,5-Grad-Ziel. Wichtige Länder wie China und Saudi-Arabien sperren sich dagegen. Diese Blockade kann nur überwunden werden, wenn die EU als Vorreiterin eine Allianz mit den am stärksten klimagefährdeten Ländern eingeht. Es wäre nicht das erste Mal auf einem Gipfel, dass das funktioniert.

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