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Kubicki bei „Achtung, Reichelt!“: Seriöse Politiker sollten diese Show meiden

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Von: Moritz Serif

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Ein Relikt aus vergangenen Tagen: Julian Reichelt bei seiner Bild.
Ein Relikt aus vergangenen Tagen: Julian Reichelt bei seiner Bild (Archivbild). © Jörg Carstensen/dpa/picture alliance

Wolfgang Kubicki, FDP-Politiker, gibt sich die Blöße und geht in Julian Reichelts von Falschbehauptungen gespickte Show. Ein Kommentar.

Berlin – Dass Julian Reichelt, ehemaliger Bild-Chefredakteur, mittlerweile völlig ins Land der Verschwörungstheoretiker:innen abgedriftet ist, dürfte kein großes Geheimnis mehr sein. Bei Twitter ist der Quasi-Demagoge kaum zu halten. Eine seiner Lieblingszielscheiben: Gesundheitsminister Karl Lauterbach.

In der aktuellen Folge seiner neuen YouTube-Show hat es Reichelt stattdessen auf die Bundesrepublik Deutschland und Kanzler Olaf Scholz (SPD) abgesehen. „Sehen wir in diesen Tagen ins Gesicht von Bundeskanzler Olaf Scholz, dann sehen wir unser Geld, unseren Wohlstand brennen“, behauptet der tief gefallene Journalist.

Reichelt vermittelt den Eindruck, dass Deutschland ein Entwicklungsland sei

Immer wieder werden Bilder von langen Schlangen eingespielt - die deutsche Flagge hat in Reichelts visuellem Universum deutliche Risse bekommen. Wer seine voller Falschbehauptungen gespickte Show anschaut, müsste fast glauben, dass es sich bei der Bundesrepublik um ein Entwicklungsland handelt. Wie absurd!

Generell lügt Reichelt, wie es sich für ihn gehört, bis sich die Balken biegen. Angeblich sei Olaf Scholz der alleinige Schuldige an der Inflation. Kein Wort über Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine oder darüber, dass die ehemalige Kanzlerin Angela Merkel Deutschland erst in die Abhängigkeit vom Kreml-Gas gebracht hatte - lächerlich.

Ausgerechnet Kubicki gibt sich bei Reichelt ein Stelldichein

Ausgerechnet Wolfgang Kubicki, FDP-Politiker, gibt sich nun in Reichelts Lügen-Show ein Stelldichein - und dreht damit vollends durch. Schämt er sich nicht? Warum zur Hölle nimmt Kubicki überhaupt Teil an der Show? Dadurch bietet er dem Lügen-Baron nur eine Plattform, vergrößert seine Reichweite und nimmt ihn vor allem ernst.

Anfangs muss der Gast der wirren Argumentation seines Gastgebers direkt widersprechen: „Das ist schlicht und ergreifend falsch“, antwortet er auf Reichelts Frage: „Habe ich etwas falsch gesagt?“ Conclusio: Halbwegs seriöse Politiker:innen sollten diese Show meiden, da ist sogar die Bild noch besser.

Kubicki (rechts) zu Gast bei Julians neuer Show „Achtung, Reichelt!“.
Kubicki (rechts) zu Gast bei Julians neuer Show „Achtung, Reichelt!“. © Screenshot

Was ist da los bei der PR-Abteilung der FDP und bei Kubicki?

Daher muss man sich dieser Tage fragen: „Was ist da los bei der PR-Abteilung der FDP? Und vor allem bei Kubicki?“ Der Politiker fällt nämlich fast ausschließlich mit SPD- und Grünen-Bashing auf. Und das ohne jegliche Not, denn immerhin sind das die Regierungspartner:innen seiner FDP.

Dass sich innerhalb der Partei niemand Gedanken über das Image, geschweige denn die Außendarstellung macht, zeigt auch die Witz-Politik der FDP. Egal ob Nein zum Verbrenner-Aus, Tankrabatt oder die allgemeine Linie von Alibi-Verkehrsminister Volker Wissing - Christian Lindners FDP hat auf alles Bock, was den Fortschritt hemmt und die Taschen der Lobby mit Cash füllt. Dabei hat sie den Wähler:innen in Deutschland eine progressive Koalition versprochen.

Die Quittung: verlorene Umfragen und verlorene Wahlen. Und das völlig zurecht! (mse)

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