Öffentliche Arbeitgeber haben den Streikenden kein Angebot vorgelegt.
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Öffentliche Arbeitgeber haben den Streikenden kein Angebot vorgelegt.

Tarifkonflikt

Wir brauchen den Umbau

  • Andreas Schwarzkopf
    vonAndreas Schwarzkopf
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Es ist während der Corona-Krise im Interesse aller, den Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst möglichst schnell beizulegen, um die Energie zu nutzen, weitere Probleme anzugehen. Ein Kommentar.

Vom beklatschten Helden zur maßlosen Ignorantin ist es hierzulande nicht weit. Dabei geht es bei dem Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst nicht alleine darum, die Leistungen von Krankenschwestern, Erziehern und Pflegerinnen in der Corona-Krise in bare Münze umzuwandeln. Es geht auch darum, dass die Versprechen vieler Politiker und Managerinnen eingelöst werden, die sonntags gerne davon reden, dass viele dieser Berufe gesellschaftlich aufgewertet werden müssen.

Es geht also auch um den dringend notwendigen sozioökonomischen Umbau der Gesellschaft. Und der kann nicht warten, weil die Folgen der Corona-Krise so dramatisch sind. Vielmehr hat die Pandemie andere Krisen verschärft und auch damit verdeutlicht, wie viel verändert werden muss, damit es bleibt wie es ist.

Und wer die Warnstreikenden als maßlos schmäht, sollte nicht vergessen, dass die öffentlichen Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt haben. Stattdessen spielen sie mit fadenscheinigen Gründen auf Zeit und nähren den Verdacht, den Konflikt unnötig eskaliert zu haben, damit der öffentliche Druck die Gewerkschaften dazu bringt einzuknicken. Dabei wäre es im Interesse aller gewesen, auf den Konflikt zu verzichten – und die Energie dazu zu nutzen, viele andere Probleme anzugehen.

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