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Bundesfamilienministerin Franziska Giffey.

Kommentar

Wenn Worten Taten fehlen

  • Bascha Mika
    vonBascha Mika
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Wer Demokratie an Schulen vermitteln will, muss die Lehrpläne verändern und für genügend Lehrkräfte sorgen. Der Kommentar.

Familienministerin Giffey gibt sich jugendnah. In einem Youtube-Video erklärt sie Ziele und Zwecke des 16. Kinder- und Jugendberichts. Es geht um „politische Teilhabe, politische Beteiligung, politische Bildung“ für junge Menschen, sagt die Ministerin. Klingt gut, oder?

Doch weiß die Ministerin auch, wo diese demokratischen Werte und Praktiken vorrangig vermittelt werden (müssen)? Und wenn sie es weiß, warum bekommen Schulen dann so wenig Beistand bei diesem existenziellen Lernziel?

Vor allem an Haupt- und Berufsschulen gibt es kaum Raum, um demokratisches Bewusstsein zu fördern. Ist zeitlich im Lehrplan einfach nicht vorgesehen. Und wenn eine Schule nach Unterstützung von außen ruft, weil sich ein freiheitsfeindliches Klima unter den Schülerinnen und Schülern verbreitet hat, geht es um Förderanträge statt schnelle Notfallhilfe. Zumal, weil – völlig absurd – gerade Schulen auf das ministeriumseigene Förderprogramm „Demokratie leben“ nicht zugreifen dürfen. So wird das eher nix mit der Demokratievermittlung.

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