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Le Pen kommt näher

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Von: Stefan Brändle

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Die rechte Radikalpopulistin Marine Le Pen hat in der Stichwahl um die Präsidentschaft in Frankreich bessere Chancen gegen Macron als 2017. Ein Kommentar.

Emmanuel Macron bleibt der Favorit, doch Marine Le Pen rückt ihm näher: So ist in Frankreich nach dem ersten Wahlgang die Ausgangslage für die präsidiale Stichwahl. Le Pens Erfolg erklärt sich paradoxerweise durch die Präsenz des rechten Rivalen Eric Zemmour: Gemessen an ihm schien die Radikalpopulistin fast moderat.

In Umfragen kommt die rechtsextreme Politikern Marine Le Pen auf bis zu 49 Prozent der Stimmen in der Stichwahl, die am 24. April stattfindet.
In Umfragen kommt die rechtsextreme Politikern Marine Le Pen auf bis zu 49 Prozent der Stimmen in der Stichwahl, die am 24. April stattfindet. © Michel Spingler/dpa

Im zweiten Wahlgang hat Le Pen bessere Chancen als 2017. Umfragen räumen ihr bis zu 49 Prozent der Stimmen ein. Auf dem Papier kommen die populistischen Kandidat:innen sogar auf eine Mehrheit von rund 53 Prozent. Wird damit möglich, was früher undenkbar schien – nämlich der Einzug einer Rechtsextremistin in den Elysée-Palast?

Frankreich-Wahl: Rechtsextremistin im Élysée-Palast?

Möglich, aber nicht wahrscheinlich. Die Stimmübertragung vom Linkspopulisten Jean-Luc Mélenchon wird nicht vollständig funktionieren. Nicht einmal die rechtskatholischen Zemmour-Wähler:innen dürften geschlossen für Le Pen stimmen.

Der amtierende Präsident wird sich trotzdem – endlich – in den Wahlkampf stürzen müssen, aus dem er sich bisher elegant herausgehalten hat. Damit Europa verhindert, was es derzeit wirklich nicht braucht: Neben Viktor Orbán im Osten der EU eine weitere Putin-Sympathisantin im Westen an der Macht. (Stefan Brändle)

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