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Venezuela: Kredit verspielt

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Von: Klaus Ehringfeld

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Der damalige neue Präsident der venezolanischen Nationalversammlung und später selbsternannter amtierender Präsident Juan Guaido (l)  und der venezolanische Präsident Nicolas Maduro (r).
Der damalige neue Präsident der venezolanischen Nationalversammlung und später selbsternannter amtierender Präsident Juan Guaido (l) und der venezolanische Präsident Nicolas Maduro (r). © SERGEI GAPON/AFP

Die Menschen ächzen unter Inflation und Armut. Die Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition sind nur erfolgreich, wenn sie ihnen endlich spürbare Verbesserungen bringen. Ein Kommentar.

Jetzt reden die venezolanischen Erzfeinde also wieder miteinander. Wenn sich die bürgerliche Opposition und die linksnationalistische Regierung heute in Mexiko zum vierten Mal in sechs Jahren an einen Tisch setzen, geht es vor allem darum, Kredit zurückzugewinnen. Den haben die Konfliktparteien in den vergangenen Jahren bei denen verspielt, für die sie eigentlich da sein sollten: die eigene Bevölkerung.

Die Menschen in dem südamerikanischen Krisenstaat sind von der Politik nur noch genervt. Von der Regierung erwarten 80 Prozent der Bevölkerung ohnehin nichts mehr, aber mittlerweile gilt das auch fast genauso für die Opposition. Seit deren Kandidat Juan Guaidó vor zweieinhalb Jahren wie Phönix aus der Asche kam, das Ende des Regimes der Chavisten um Nicolás Maduro versprach und kläglich scheiterte, sind die Zustimmungswerte für die Regierungsgegner kaum noch höher als für die Regierung. Lasst uns in Ruhe, wir haben genug mit der Bewältigung unseres Alltags zu tun – so denken die meisten.

Maduros und Guaidós Unterhändler:innen dürfen also nicht mit leeren Händen nach Caracas zurückkehren. Die Verhandlungen sind nur erfolgreich, wenn sie endlich spürbare Verbesserungen für die Menschen erreichen, die unter Inflation und grassierender Armut ächzen.

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