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USA wollen Taiwan militärisch verteidigen: Bidens Ausrutscher

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Von: Martin Benninghoff

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Ausrutscher oder ein bewusst gesetztes Stoppschild gerichtet an China? Joe Biden beim Besuch in Japan. Foto: Nicolas Datiche / POOL / AFP.
Ausrutscher oder ein bewusst gesetztes Stoppschild gerichtet an China? Joe Biden beim Besuch in Japan. © Nicolas Datiche/afp

US-Präsident Joe Biden macht auf die Journalistenfrage bei der Asien-Reise fast beiläufig eine Ansage in Richtung China. Klare Kante oder ein weiterer fahrlässiger Ausrutscher? Der Kommentar.

So manche Äußerung, die vor dem Krieg in der Ukraine gefallen ist, steht jetzt in neuem Lichte da. So verhält es sich auch mit Joe Bidens Statement, Taiwan im Falle eines chinesischen Einmarsches militärisch beistehen zu wollen. Das ist an sich nichts Neues. Denn ähnlich hat sich der US-Präsident im vergangenen Jahr zitieren lassen. Außerdem hat Washington dem Inselstaat bereits 1979 zugesichert, Waffen mit „defensivem Charakter“ zu liefern.

Und doch, in diesem Jahr ist alles anders. Mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine ist aus einer theoretischen Möglichkeit bittere Realität geworden. Niemand kann mehr ernsthaft bestreiten, dass aus einer Androhung Wirklichkeit werden kann. Die Drohung Chinas, die „Taiwan-Frage“ mit Gewalt zu lösen, ist eine reale Gefahr. Der US-Präsident weiß das natürlich, die strategische Ausgangslage ist auch China bekannt.

Deshalb stellt sich die Frage, warum er in einem Moment, da im Osten Europas ein Flächenbrand entstehen könnte, Zunder für den nächsten Konflikt mit Kriegspotenzial liefert. Ist es wieder einer von Bidens Ausrutschern - oder ein bewusst gesetztes Stoppschild gerichtet an China? Das Weiße Haus glaubt wohl an die Ausrutschertheorie und deeskaliert. Gut so.

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