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Armin Laschet lacht in seiner Funktion als Politiker an falscher Stelle.
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Armin Laschet lacht in seiner Funktion als Politiker an falscher Stelle.

Times mager

Armin Laschet sollte sich eine Zukunft als Privatmann suchen – Als Kanzler ist er ungeeignet

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Armin Laschet hat bei öffentlichen Auftritten zu funktionieren. Die Situation unterscheidet sich fundamental von der einer privaten Trauerfeier. Ein Kommentar.  

Wer es sehr gut meint mit Armin Laschet, würde vielleicht sagen: Das kann passieren. Manchmal, selbst in Momenten von Trauer und Verzweiflung, löst sich die Anspannung für Augenblicke in einem kollektiven, dem Anlass vollkommen unangemessenen, aber unvermeidlichen Lachen. Wer hat das nicht schon mal bei einer Beerdigung erlebt? Warum also soll es nicht auch dem CDU-Kanzlerkandidaten widerfahren, während er mit Bekannten am Ort der Flutkatastrophe hinter dem Bundespräsidenten steht?

Die Antwort ist einfach, verweist aber auf eine Tatsache, die im öffentlichen Diskurs immer mal wieder unterzugehen droht: Ein Politiker, der öffentlich auftritt, tut das nicht als Privatperson. Er ist, im durchaus positiven Sinne, ein „Funktionär“. Er hatte in diesem Falle die Funktion, der Berührtheit, der Solidarität mit den Betroffenen und der Empathie eines ganzen Landes Ausdruck zu verleihen.

Armin Laschet lacht nach Flutkatastrophe: Ein Politiker muss das trauernde Kollektiv vertreten

So etwas ist keine Show, es hat vielmehr, um beim Begriff zu bleiben, eine wichtige Funktion. Es dient dazu, kollektives Mitgefühl in der Person eines Mannes, der das Kollektiv zu vertreten beansprucht, symbolisch sichtbar werden zu lassen. Wer in diesem Sinne nicht als Politiker „funktionieren“ kann, ist für eines der höchsten Ämter im Staat schlicht ungeeignet. Und zwar ganz unabhängig davon, ob nicht auch seine politischen Positionen ihn ungeeignet erscheinen lassen.

Das also ist der Unterschied zwischen einer privaten Trauerfeier und einer öffentlichen Bekundung des Mit- und Beileids. Auf die Unterscheidung muss gerade in Zeiten gedrungen werden, da die Differenz zwischen öffentlicher und privater Person immer wieder verwischt zu werden droht.

Armin Laschet entschuldigt sich – und macht es noch schlimmer

Die Flut von Porträts, die Politik im Übermaß personalisieren; die Homestorys und Amateur-Psychogramme, die wir hier und da lesen müssen – sie bringen uns das politische Personal in gefährlicher Weise „nah“, suggerieren sie doch eine Vertraulichkeit, die es so nicht gibt, von der die politisch Handelnden aber glauben, dass sie Vertrauen schafft. Wie sie „funktionieren“, unsere Funktionäre, das droht dann aus dem Horizont des öffentlichen Interesses fast zu verschwinden.

Armin Laschet hat versucht, den Schaden durch eine Entschuldigung zu mindern – und hat ihn nur verschlimmert. Der Verweis auf eine Gesprächssituation, in der so ein Lachen sozusagen herausrutschen kann, negiert wiederum die Funktion, in der ein Ministerpräsident in dieser Situation zu „funktionieren“ hat. Wenn er privat manchmal an der falschen Stelle lacht, okay. Aber dann sollte er sich eine Zukunft als Privatmann suchen. (Stephan Hebel)

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