Geflüchtete aus der äthiopischen Konfliktregion Tigray sind in der Region al-Qadarif angekommen.
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Geflüchtete aus der äthiopischen Konfliktregion Tigray sind in der Region al-Qadarif angekommen.

Kommentar

UN müssen eingreifen

  • Johannes Dieterich
    vonJohannes Dieterich
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Nur die Vereinten Nationen könnten verhindern, dass der Krieg in Äthiopien auf andere Staaten übergreift und so die Region am Horn von Afrika destabilisiert. Der Kommentar.

Man muss kein Hellseher sein, um zu ahnen, wie es am Horn von Afrika jetzt weitergehen wird. Nach Eritrea wird auch der Sudan in den Krieg verwickelt, während Ägypten seine Chance gekommen sieht, Äthiopien wegen seines Staudamms eine auszuwischen. Das halbwegs auf die Beine gekommene Somalia schmiert wieder ab, und innerhalb Äthiopiens wiederholt sich das Inferno, das einst den Vielvölkerstaat Jugoslawien in Schutt und Asche legte. Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed hat den Fehler seines Lebens begangen: Der Krieg, den er vom Zaun gebrochen hat, wird nicht nur seinen Ruf vernichten.

Wenn es noch eine Chance gibt, den Geist der Zerstörung in die Flasche zurückzudrängen, dann muss es schnell gehen. Warum hat der UN-Sicherheitsrat noch keine Sondersitzung anberaumt, noch keinen Emissär ans Horn von Afrika geschickt und nicht jeden erdenklichen Druck auf Abiy Ahmed ausgeübt? Weder die USA noch China, Russland oder die EU können ein Interesse an einer weiteren afrikanischen Kernschmelze haben: Wacht auf und handelt!

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