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Ukrainische Hoffnungen

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Von: Martin Benninghoff

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Ukrainische Feuerwehrleute entfernen russische Plakate im befreiten Cherson.
Ukrainische Feuerwehrleute entfernen russische Plakate im befreiten Cherson. © Bernat Armangue/dpa

Angesichts militärischer Erfolge könnte der Optimismus in Kiew zu ausgeprägt sein. Die Ukraine darf das Vertrauen ihrer Bündnispartner nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Der Kommentar.

Der Erfolg der ukrainischen Armee in Cherson ist mehr als nur ein Etappensieg. Er nährt in Kiew den nachvollziehbaren Wunsch, die russische Armee nicht nur vor die Linien des 24. Februars zurückzuwerfen, sondern das gesamte Territorium, inklusive der Donbass-Region und der Krim, zurückzuerobern. Das Unmögliche ist denkbar, auch deshalb sieht Präsident Wolodymyr Selenskyj keinen Spielraum für kurzfristige Waffenstillstände und beharrt auf der russischen Schuld am Raketenabsturz in Polen, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen. Die Ukraine sieht das Momentum auf ihrer Seite.

Davon abgesehen, dass der militärische Optimismus in Kiew zu ausgeprägt sein könnte, darf die Ukraine das Vertrauen ihrer Bündnispartner nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Vielmehr kommt es jetzt darauf an, sich weiterhin eng abzustimmen - auch bei den Kriegszielen.

Die Ukraine wird für die Rückeroberung des ganzen Landes die Kampf- und Schützenpanzer brauchen, die der Westen direkt nicht liefern will - nur über den Umweg des Ringtauschs. Zum anderen birgt ein Kampf um die Krim eine deutliche Eskalationsgefahr, denn der Kreml wird die Aufgabe der propagandistisch wichtigen Halbinsel nicht wie Cherson hinnehmen können.

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