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Ukraine-Krieg: Putin sieht sich im Vorteil

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Von: Andreas Schwarzkopf

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Der heiße Herbst wird zeigen, ob Deutschland und die anderen EU-Staaten an der Seite der Ukraine bleiben. Der Kommentar.

Wenn der Autokrat Wladimir Putin sechs Monate nach Beginn des Ukraine-Krieges bei einer Rede in Wladiwostok behauptet, der Konflikt mit dem Nachbarn und dem Westen habe nur Vorteile für sein Land, und dabei einige Tausend tote russische Soldaten unerwähnt lässt, dann ist das auch für Hartgesottene schwer erträglich.

Kriegstreiber Wladimir Putin am 7. September 2022 beim Wirtschaftsforum in Wladiwostock.
Kriegstreiber Wladimir Putin am 7. September 2022 beim Wirtschaftsforum in Wladiwostock. © Sergei Bobylev/dpa

Besser wird es auch nicht, wenn er damit droht, die Getreidelieferungen zu beenden oder die immer gefährlicher werdende Situation um das Atomkraftwerk Saporischschja verschweigt.

Putin schreckt der verlustreiche Ukraine-Krieg nicht

Offensichtlich schreckt Putin nicht der verlustreiche Abnutzungskrieg in der Ukraine. Auch nicht, dass seine Armee statt in einer Art Blitzkrieg die ganze Ukraine zu erobern, bislang nur einen Teil davon besetzt hat. Er hat den Eindruck, am längeren Hebel zu sitzen und hofft auf ein engeres Bündnis mit China.

Ermuntert sieht er sich, wenn er registriert, wie sehr sich Deutschland und die anderen EU-Staaten damit quälen, die Kosten für die Folgen des Krieges für die Europäerinnen und Europäer abzufedern.

Bislang gibt es zwar keine Anzeichen dafür, dass Putins Einschätzung stimmt, wonach Europa den militärischen Konflikt nicht dauerhaft durchstehen wird. Doch erst der heiße Herbst wird zeigen, ob Europa an der Seite der Ukraine bleibt. (Andreas Schwarzkopf)

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