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Niemand ist unabhängig in Putins Krieg

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Von: Thomas Kaspar

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Nicht Unabhängigkeit ist das Ziel, sondern jene zu begrenzen, die nicht vernetzt denken. Der Kommentar.

Derzeit wird viel von Unabhängigkeit gesprochen. Das Land müsse sich von russischem Gas unabhängig machen, eine starke europäische Armee errichten. Demnächst wird die Diskussion über unabhängige deutsche Bauernhöfe folgen.

Unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine werden Einsichten über Bord geworfen, die deswegen nicht falsch werden und unvermindert gelten. Wir sind auf diesem Planeten aufeinander angewiesen.

Ukraine-Krieg: Alles ist mit allem vernetzt

Die willkürlich gezogenen Grenzen von Nationen bewahren uns nicht vor den bestehenden zwingenden Abhängigkeiten auf dem Globus. Unser Menschsein mit der Teilmenge Wirtschaft, unser Ökosystem mit der Untermenge Wohlstand lässt keine Unabhängigkeit zu. Alles ist mit allem vernetzt.

Unter dem Eindruck des Krieges werden Einsichten über Bord geworfen, die deswegen nicht falsch werden und unvermindert gelten.
Unter dem Eindruck des Krieges werden Einsichten über Bord geworfen, die deswegen nicht falsch werden und unvermindert gelten. © Andrew Marienko/dpa

Wir sollten das Ziel Unabhängigkeit so schnell wie möglich wieder aufgeben. Das Ziel muss sein, jene zu begrenzen, die nicht vernetzt denken. Eine kurzfristige Isolierung darf nicht die spätere Einbindung in Netzwerke verhindern oder gar zerstören.

Es kann sein, dass angesichts der unmittelbaren Bedrohung Komplexität reduziert werden muss. Klimaschutz und Frieden brauchen aber multilaterale Bündnisse, die isoliertes Handeln so schnell wie möglich beenden. Nie war gemeinschaftliches Handeln nötiger als heute. (Thomas Kaspar)

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