Wahl in Montenegro

Überfälliger Machtwechsel

  • vonThomas Roser
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Die Montenegrinerinnen und Montenegriner haben die Regierungspartei DPS abgwählt und für den Aufbruch in demokratischere Zeiten gestimmt. Der Kommentar.

Sehr spät hat einer der wichtigsten Mechanismen der Demokratie nun auch den EU-Anwärter Montenegro erreicht: Der sich nach der Wahlniederlage der seit 30 Jahren regierenden DPS abzeichnende Machtwechsel ist längst überfällig.

Korruption, Mafia-Machenschaften, manipulierte Wahlen und Machtmissbrauch prägten die jahrzehntelange Ära des Milo Djukanovic. Auch wenn der Strippenzieher noch auf etwaige Nachwahlmirakel bei der Stimmauszählung oder im Koalitionspoker hofft, lässt das Ergebnis des Urnengangs keine Zweifel zu: Die Mehrheit der Montenegrinerinnen und Montenegriner hat von ihrem langjährigen Vormann genug.

Doch auch wenn Oppositionsanhänger nun schon vorzeitig den Sturz von „Zar Milo“ feiern, bleibt Djukanovic als Staatschef weiter im Amt. Ob der keineswegs homogenen Opposition mitten in einer schweren Wirtschaftskrise tatsächlich der Aufbruch in demokratischere und bessere Zeiten gelingt, wird in erster Linie von ihr selbst und ihrem Kooperations- und Kommunikationsvermögen abhängen.

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