Außenministerin Annalena Baerbock will beim G7-Gipfel dafür werben, mehr Geld für ärmere Länder zur Verfügung zu stellen.
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Außenministerin Annalena Baerbock will beim G7-Gipfel dafür werben, mehr Geld für ärmere Länder zur Verfügung zu stellen.

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Überfällige Rechnung

  • Friederike Meier
    VonFriederike Meier
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Die Industriestaaten sind die Hauptverursacher der Klimaveränderungen, doch sie leisten zu wenig Hilfe für die betroffenen, ärmeren Staaten – trotz vieler Versprechen. Ein Kommentar.

Dürren, Ernteausfälle, überflutete Städte: Menschen im globalen Süden bekommen die Klimakrise schon heute viel stärker zu spüren als wir. Sie sind allerdings nur für einen Bruchteil der klimaschädlichen Emissionen verantwortlich.

Es ist deshalb richtig, dass Außenministerin Baerbock beim G7-Gipfel dafür werben will, mehr Geld für ärmere Länder zur Verfügung zu stellen. Außerdem will sie erreichen, dass das über zehn Jahre alte Versprechen der reichen Länder endlich eingelöst wird, arme Länder jährlich mit 100 Milliarden Euro bei Klimaschutz und Anpassung zu unterstützen.

Dies ist überfällig, wenn die Industrienationen beim Thema Klimaschutz international auch nur ein bisschen glaubwürdig bleiben wollen. Wirklich glaubwürdig wären sie aber nur, wenn sie ihre eigene Politik an der 1,5-Grad-Grenze ausrichten würden. Damit könnten sie etwa verhindern, dass Millionen Menschen ihr Land durch den höheren Meeresspiegel verlieren werden.

Die Bundesregierung hält diese Grenze laut einer Analyse jedoch nicht ein. Wenn wir die Rechte der Menschen weltweit ernst nehmen wollen, gibt es dazu keine Alternative. Und die Flut im Ahrtal oder die Waldbrände in Brandenburg zeigen, dass die Klimakrise längst auch uns betrifft.

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