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Wie Elon Musk den Vogel abgeschossen hat

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Von: Jana Ballweber

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Elon Musk hat die Social-Media-Plattform Twitter für 44 Milliarden Euro gekauft
Elon Musk hat die Social-Media-Plattform Twitter für 44 Milliarden Euro gekauft. (Symbolfoto) © NurPhoto/Imago Images

Es wird Zeit, sich das Internet zurückzuholen. Mit Sinn für das Gemeinwohl und Antikapitalismus. Mit freier Software und Dezentralität. Ein Kommentar.

Frankfurt – Nachdem Elon Musk bei Twitter einmarschiert ist wie ein Elefant in den Porzellanladen, stehen viele Menschen, für die Twitter ein essentielles Instrument für Vernetzung und Kommunikation ist, vor dem Scherbenhaufen von Musks Selbstüberschätzung. In seinem Wahn, alles am besten zu wissen, pulverisiert er nicht nur sein Geld, sondern auch die Möglichkeiten zur Teilhabe am öffentlichen Diskurs, die Twitter für viele marginalisierte Menschen bedeutet.

Internet-Utopie: Für Gemeinwohl und gegen Kapitalismus

Die Vorgänge rund um die Plattform sind aber nur ein Symptom für die Entwicklung, die das Internet in den vergangenen Jahrzehnten genommen hat. Von der Utopie, Wissen für alle zugänglich zu machen und den Machtlosen eine Stimme zu verleihen, ist nicht mehr viel übrig geblieben.

Superreiche Oligarchen stecken online die vielversprechendsten Claims ab und lassen das Internet zum reinen Werbeprospekt verkommen. Firmen verfolgen jeden Klick und machen ihn zu Geld; Staaten überwachen ihre Bürger:innen.

Es wird Zeit, sich das Internet zurückzuholen. Mit Sinn für das Gemeinwohl und Antikapitalismus. Mit freier Software und Dezentralität. Mit sensibler Moderation, die nicht zensiert und Hass und Hetze dennoch etwas entgegensetzt. Denn ein besseres Netz ist möglich – und dringend nötig. (Jana Ballweber)

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