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Das Problem des islamistischen Terrors wird vernachlässigt

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14. November 2015: Schuhe und Kleidungsstücke liegen in Paris vor dem Musikclub „Bataclan“ auf dem Boden. Extremisten hatten am Tag zuvor  in der Pariser Konzerthalle  ein Massaker angerichtet und dort 90 Menschen erschossen. Außerdem beschossen sie Bars und Restaurants im Osten der Hauptstadt.
14. November 2015: Schuhe und Kleidungsstücke liegen in Paris vor dem Musikclub „Bataclan“ auf dem Boden. Extremisten hatten am Tag zuvor in der Pariser Konzerthalle ein Massaker angerichtet und dort 90 Menschen erschossen. Außerdem beschossen sie Bars und Restaurants im Osten der Hauptstadt. © Uwe Anspach/dpa

Nach vielen Terrortoten hat Frankreich begonnen, mehr in Prävention zu investieren. Doch das ist lange nicht genug. Und derzeit verliert das Thema auch noch an Aufmerksamkeit.

Seit 2012 haben islamistische Terroristen (und einige Terroristinnen) in Frankreich mindestens 289 Menschen ermordet. Das Problem des islamistischen Terrorismus ist nicht aus der Welt, nur weil Corona oder der Krieg in der Ukraine die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Nicht aus der Welt sind auch die Ursachen, die die Entstehung von Terrorismus begünstigen. Die meisten Attentäter:innen in Frankreich waren im Land geboren – also sind auch die Ursachen für ihre Radikalisierung vor allem im Land zu suchen.

Bis 2012 verfolgte Frankreich eine Politik der Terrorismusbekämpfung – nicht der Bekämpfung der Ursachen, die zum Terrorismus führen. Doch dieser Wandel vollzieht sich zu langsam. Es wird noch lange dauern, bis in Frankreich oder – wie der Anschlag in Oslo am Wochenende zeigte – in anderen europäischen Staaten die Gefahr des islamistischen Terrorismus kleiner wird. Damit das geschieht, braucht das Thema wieder Aufmerksamkeit und konstruktive Debatten. Im Moment kann davon nicht die Rede sein. Für die Präventionsarbeit ist das ein Problem.

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