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Tauwetter erhalten

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Von: Inge Günther

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Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas (hier ein Archivbild von 2019) verurteilte den jüngsten Anschlag auf Israel.
Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas (hier ein Archivbild von 2019) verurteilte den jüngsten Anschlag auf Israel. © Majdi Mohammed/dpa

Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas rang sich zu einer Verurteilung des jüngsten, von einem Westbanker begangenen Anschlags durch – offenbar um die Beziehung zu Israel nicht unnötig zu belasten. Der Kommentar.

Israels Premier Naftali Bennett und seine bunte Acht-Parteien-Koalition sind unerwartet mit einer Herausforderung konfrontiert, die sie so noch nicht bestehen mussten: einer Terrorwelle mit elf Todesopfern binnen einer Woche. Und das zu einer Zeit, da der muslimische Fastenmonat Ramadan naht, in dem die religiösen Spannungen schnell den Siedepunkt erreichen.

Die Bennett-Regierung hatte im Vorfeld darauf gesetzt, mit ein paar Goodwill-Gesten an die Autonomieführung in Ramallah genau das zu vermeiden. Jetzt steckt sie im Dilemma, das terroristische Umfeld trockenlegen zu wollen, ohne im Westjordanland neuen Unfrieden zu säen.

Anders als im Vorjahr scheint der Hamas in Gaza zumindest derzeit nicht an einer Eskalation gelegen. Wenngleich sie Beifall für die drei tödlichen Schussattacken spendete, von denen gleich zwei auf das Konto arabischer Israelis mit Verbindung zum „Islamischen Staat“ gingen.

Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas wiederum rang sich zu einer Verurteilung des jüngsten, von einem Westbanker begangenen Anschlags durch – offenbar um das Tauwetter mit den Israelis zu erhalten. Eine neue Eiszeit jedenfalls würde nur nachträglich den Militanten, egal welcher Couleur, in die Hände spielen.

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