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Südafrika: Ohne gute Hoffnung

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Von: Johannes Dieterich

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Die Fahne des ANC.
Die Fahne des ANC. © Michele Spatari/afp

Südafrikas Präsident Ramaphosa ist 2018 als Hoffnungsträger angetreten, den vom ANC zum Entgleisen gebrachten Staat wieder auf Spur zu bringen. Doch der positive Ruf ist dahin.

Das hätte keinem netteren Kerl passieren können“, sagen viele in Südafrika heute: Cyril Ramaphosa ist – oder war – der beste Präsident des Landes nach Nelson Mandela. Nur ihm traute man zu, den vom ANC zum Entgleisen gebrachten Staat wieder auf Spur zu bringen: Doch wenn der 70-jährige Hoffnungsträger nun um sein Amt und das Kap der Guten Hoffnung um seine Zukunft bangen muss, ist das keinem anderen als ihm selbst zuzuschreiben.

Ramaphosas Fans beim ANC flehen ihn an zu kämpfen. Das ist dem einstigen Gewerkschaftschef immer schon schwergefallen. Hätte er nach seiner Machtübernahme 2018 entschiedener eingegriffen, wäre ihm der von einem erbitterten Gegenspieler in seiner zerstrittenen Partei losgetretene Skandal nicht um die Ohren geflogen. Auch das kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Ramaphosa mit seinem „Farm-Gate“ auf die denkbar törichteste Weise umging: So oder so ist sein Ruf mehr als nur angeschlagen. Andernorts würde man jetzt auf einen reinigenden Machtwechsel hoffen. Doch am Kap der Guten Hoffnung ist diese Aussicht trüb.

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