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Weniger Wartezeit, mehr Doppelpässe: Lebensnahe Einbürgerung

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Von: Martin Benninghoff

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Bisher haben Ausländer:innen für gewöhnlich nach achtjährigem Aufenthalt Anspruch auf die deutsche Staatsbürgerschaft. Doch sie müssen - auch schriftliche - Sprachkenntnisse nachweisen, für viele eine schwer zu nehmende Hürde.
Bisher haben Ausländer:innen für gewöhnlich nach achtjährigem Aufenthalt Anspruch auf die deutsche Staatsbürgerschaft. Doch sie müssen - auch schriftliche - Sprachkenntnisse nachweisen, für viele eine schwer zu nehmende Hürde. © Matthias Balk/dpa

Die doppelte Staatsbürgerschaft erzeugt keine Illoyalität zum deutschen Staat. Sie ist einfach praktisch, wenn man die Herkunftsbiografie mit der neuen Heimat verschmilzt. Der Kommentar.

Deutschland altert, und Deutschlands Bevölkerung wäre ohne Zuwanderung längst deutlich zusammengeschrumpft. Daran ändert der Zuzug Geflüchteter nur bedingt etwas, von denen viele wieder zurück in ihre Heimat gehen, für die kriegsgeplagten Ukrainer:innen gilt das allemal. Umso wichtiger, dass sich die Bundesregierung jetzt endlich ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag vornimmt - die Reform des Einbürgerungsrechts.

Bisher haben Ausländer:innen für gewöhnlich nach achtjährigem Aufenthalt Anspruch auf die deutsche Staatsbürgerschaft. Doch sie müssen - auch schriftliche - Sprachkenntnisse nachweisen, für viele eine schwer zu nehmende Hürde. Dass die Frist verkürzt und die Sprachnachweise vereinfacht werden sollen, ist lebensnah in einer Einwanderungsgesellschaft. Vergessen wir nicht: Die Einbürgerung ist nicht die Krönung, sie ist Ermutigung auf dem Weg in die Gesellschaft.

Zugleich wäre die Reform, so sie in der Ressortabstimmung nicht verwässert wird, eine Ansage an Kritiker:innen, die seit Jahrzehnten die gleichen Argumente aufwärmen. Nein, eine doppelte Staatsbürgerschaft erzeugt keine Illoyalität zum deutschen Staat. Sie ist einfach praktisch, wenn man die Herkunftsbiografie mit der neuen Heimat verschmilzt. (Martin Benninghoff)

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