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Schwere Aufgabe für neuen britischen Premier Sunak

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Von: Sebastian Borger

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Er soll‘s richten: Rishi Sunak, ehemals Finanzminister in Großbritannien, wird neuer Premierminister.
Er soll‘s richten: Rishi Sunak, ehemals Finanzminister in Großbritannien, wird neuer Premierminister. © Tayfun Salci/Imago

Rishi Sunak wird als britischer Premier die zerstrittene Torys einen müssen, um die Probleme des Landes anzugehen und damit das Johnson-Chaos und das Truss-Desaster zu überwinden. Der Kommentar.

In der verfahrenen Situation brauchen die Torys einen ökonomisch versierten, von Skandalen unberührten, mit ruhiger Hand das Staatsschiff steuernden Kapitän. Viel spricht dafür, dass Rishi Sunak diese Qualitäten hat. Ins höchste Regierungsamt Großbritanniens zieht also zum ersten Mal ein Nicht-Weißer ein. Mag Sunak auch aus der wohlhabenden Mittelschicht stammen und eine klassische Tory-Karriere durchlaufen haben – sein Gesicht in der Downing Street steht für eine offene, trotz aller Brexit-Friktionen tolerante Gesellschaft.

Viele europäische Verbündete hinken bei der Integration ihrer Minderheiten weit hinter Großbritannien her. In der britischen Politik sind es wieder die Konservativen, die personell neue Wege gehen. Drei Premierministerinnen hat das Land bisher gehabt, alle waren Torys. Nun also ein sichtbarer Vertreter einer ethnischen Minderheit. Dagegen sieht die oppositionelle Labour-Party alt aus.

Sunak à la Churchill wird eine Blut-Schweiß-und-Tränen-Rede halten müssen. Den Briten steht ein schmerzliches Erwachen bevor. Das Land lebt weit über seine Verhältnisse. Und der Brexit macht die Insel stetig ärmer. Die Regierenden werden Augenmaß, Pragmatismus und Entschlossenheit brauchen. Tugenden für die Zeit nach dem Johnson-Chaos und Truss-Desaster.

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