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Schwangerschaftsabbrüche: Nach 219a muss auch 218 fallen

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Von: Ruth Herberg

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Es wird Zeit: Paragraf 218 muss fallen. Sonst ändert sich an der prekären Lage ungewollt Schwangerer rein gar nichts.
Es wird Zeit: Paragraf 218 muss fallen. Sonst ändert sich an der prekären Lage ungewollt Schwangerer rein gar nichts. © Martin Schutt/dpa

Dass der Paragraf 219a gestrichen wird und Ärztinnen und Ärzte über Schwangerschaftsabbrüche informieren können, ist längst überfällig. Doch das reich nicht aus. Der Kommentar.

Es ist längst überfällig, dass der unsägliche Paragraf 219a gestrichen wird. Ärzt:innen, die Schwangerschaften abbrechen, dürfen nicht länger bevormundet werden. Das Versorgungsproblem in Deutschland löst das allerdings nicht.

Die Zahl der Praxen und Kliniken, die abtreiben, sinkt seit Jahren. Viele ältere Ärzt:innen finden keine Nachfolge für ihre Praxen. Wer will sich schon von Abtreibungsgegner:innen beleidigen und bedrohen lassen? Vor allem aber haben viele Mediziner:innen schlicht nicht gelernt eine Schwangerschaft abzubrechen. In der Theorie ja, aber nicht in der Praxis. Weil niemand zum Mitwirken an einem Abbruch verpflichtet werden kann, und weil Paragraf 218 den Eingriff nach wie vor als Straftat definiert.

Will die Ampel-Koalition die Situation wirklich verbessern, muss sie ihre Ankündigung aus dem Koalitionsvertrag umsetzen: Abbrüche müssen - zumindest als Wahlmöglichkeit - Teil der ärztlichen Aus- und Weiterbildung werden. Und Paragraf 218 muss fallen. Sonst ändert sich an der prekären Lage ungewollt Schwangerer rein gar nichts.

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