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Schrecken ohne Ende: Erneut antisemitische Kunst bei der documenta entdeckt

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Von: Hanning Voigts

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Die inzwischen geschasste Generaldirektorin der documenta fifteen, Sabine Schormann, soll noch zu Amtszeiten auf den neuerlichen Fall von Antisemitismus aufmerksam gemacht worden sein.
Die inzwischen geschasste Generaldirektorin der documenta fifteen, Sabine Schormann, soll noch zu Amtszeiten auf den neuerlichen Fall von Antisemitismus aufmerksam gemacht worden sein. © Swen Pförtner/dpa

Bei der documenta fifteen wird erneut ein judenfeindliches Werk entdeckt. Die Verantwortlichen sind damit überfordert. Ein Kommentar.

Kassel - Jetzt ist es schon wieder passiert. Nach einem halben Jahr Debatte, nach dem Wirbel um das antisemitische Plakat „People’s Justice“, nach dem Rücktritt von Sabine Schormann und all den Beteuerungen, wie ernst man das Problem judenfeindlicher Darstellungen auf der Documenta nehme, werden dort neue antisemitische Bilder entdeckt.

Diesmal geht es um ein Faksimile der Broschüre „Presence des Femmes“. Ein feministisches Kollektiv aus Algerien wollte darin Solidarität mit den Palästinenser:innen ausdrücken, aber die Zeichnungen sind verräterisch: Israelische Soldaten erscheinen als unmenschliche Roboter, einer von ihnen scheint ein Kind in ein Massengrab werfen zu wollen. Ein Bild zeigt eine zwergwüchsige Figur mit Hakennase, die stark an antisemitische Hetzbildchen aus dem 19. Jahrhundert erinnert.

Antisemitismus bei der Documenta: Bilder wurden als unproblematisch bewertet

Die Documenta-Leitung, so heißt es, habe die Bilder als unproblematisch bewertet, weil sie keinen Juden „als solchen“ zeigten. Sie ist also, brutal gesagt, nicht in der Lage, Antisemitismus zu erkennen. Man muss die bittere Wahrheit aussprechen: Die documenta fifteen präsentiert Judenhass und die Verantwortlichen sind damit überfordert. Die Blamage ist komplett. Und es sieht leider nicht danach aus, als würde dem Hass bald die Kasseler Bühne entzogen. (Hanning Voigts)

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