Macron und Merkel: Beide habe zudem verstanden, dass sie einander brauchen.
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Macron und Merkel: Beide habe zudem verstanden, dass sie einander brauchen.

Macron trifft Merkel

Schöne Bilder, wenig Worte

  • Andreas Schwarzkopf
    vonAndreas Schwarzkopf
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Merkel und Macron haben nicht mehr als ein Zweckbündnis entwickelt, darüber können sie nicht hinwegtäuschen, auch wenn sie noch so sehr gemeinsam lächeln. Ein Kommentar.

Angela Merkel und Emmanuel Macron haben bekommen, was sie wollten: Ansehnliche Bilder vor schöner Kulisse, die zeigen, wie nah sich die Bundeskanzlerin und der französische Präsident sind. Doch das um die Wette lächelnde Duo kann damit nicht die zahlreichen Meinungsverschiedenheiten oder das oft unterschiedliche politische Vorgehen übertünchen.

Während Merkel beispielsweise im Gasstreit zwischen der Türkei und Griechenland auf Diplomatie setzt, schickt Macron Kriegsschiffe in die Region. Macron irritierte viele in Berlin von Beginn seiner Präsidentschaft an durch sein mediales Vorpreschen bei strittigen Fragen.

Gleichwohl lügen die Bilder nicht völlig. Schließlich hat sich das ungleiche Paar inzwischen zusammengerauft – wenn auch nicht ganz freiwillig. Die vielen innen- und außenpolitischen Herausforderungen der EU haben sie dazu gebracht, um nicht zu sagen: gezwungen.

Beide habe zudem verstanden, dass sie einander brauchen. Macron kann zu Hause mit den Bildern sein angeschlagenes Image ein wenig aufbessern. Und die Kanzlerin präsentiert sich während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft als Politikerin, die Europa voranbringt. Es gibt schlimmeres als ein derartiges Zweckbündnis.

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