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Schlag ins Gesicht

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Von: Jana Ballweber

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Der superreiche Twitter-Chef und Bösewicht Elon Musk (l) und seine Mutter Maye Musk auf Heidi Klums Halloweenparty im Oktober.
Der superreiche Twitter-Chef und Bösewicht Elon Musk (l) und seine Mutter Maye Musk auf Heidi Klums Halloweenparty im Oktober. © dpa/(Archivbild)/(Symbolbild)

Elon Musk scheint zu glauben, gefährdet zu sein, weil ein Twitter-Account Echtzeit-Flugdaten seines Jets teilt, zeigt aber, wie willkürlich er die Plattform für seine Zwecke instrumentalisieren will

Elon Musk, der selbst ernannte Aktivist für freie Meinungsäußerung, die er vor seiner Zeit auf Twitter bedroht sah, hat noch nie durch besondere Selbstironie geglänzt. Doch für viele Milliarden Euro ein soziales Netzwerk zu kaufen, nur, um dann kritische Journalist:innen auszusperren, ist eine ganz neue Qualität.

Das Ganze unter dem Vorwurf des Doxxings zu tun, kommt einem Schlag ins Gesicht derer gleich, die tatsächlich ernsthaft von dieser Form der digitalen Gewalt betroffen sind. Wer keine Milliarden auf dem Konto hat, keine Security, die 24/7 für die eigene Sicherheit sorgt, für den ist das Veröffentlichen persönlicher Informationen tatsächlich eine Gefahr für Leib und Leben.

Dass Musk wirklich zu glauben scheint, durch Doxxing ernsthaft gefährdet zu sein, weil ein Twitter-Account Echtzeit-Flugdaten seines Privatjets teilt, zeigt, wie willkürlich Musk die Plattform für seine Zwecke instrumentalisieren will. Weder der Rauswurf der Journalist:innen noch das Sperren jeglicher Links zur Konkurrenzplattform Mastodon dürfte mit europäischen Regelungen zur Plattformregulierung vereinbar sein. Der Digital Service Act steht vor seiner ersten großen Bewährungsprobe. Das Handeln der Europäischen Union darf mit Spannung erwartet werden.

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