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Schädlicher Beschluss

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Von: Friederike Meier

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Der Beschluss zur Lohnfortzahlung könnte dafür sorgen, dass positiv Getestete trotz Quarantäne zur Arbeit gehen.
Der Beschluss zur Lohnfortzahlung könnte dafür sorgen, dass positiv Getestete trotz Quarantäne zur Arbeit gehen. © Matthias Bein/dpa

Ungeimpften die Lohnfortzahlung während der Quarantäne zu streichen kann dazu führen, dass Menschen die Quarantäne zu umgehen versuchen

Die Entscheidung der Gesundheitsministerkonferenz, Ungeimpften die Lohnfortzahlung während der Quarantäne zu streichen, ist nicht klug. Klar ist: Wer sich ohne gesundheitliche Gründe nicht impfen lässt, handelt unsolidarisch. Und derzeit kommt in den meisten Bundesländern die Allgemeinheit für die Kosten auf.

Doch es gibt einen Unterschied zu den Corona-Schnelltests, die aus dem gleichen Grund für Menschen ohne Impfung bald etwas kosten werden. Wer ins Café gehen will, dem kann es zugemutet werden, dass er oder sie den nötigen Corona-Test selbst zahlt. Die neue Regelung aber geht an die Existenz: Eine ungeimpfte Person, die Kontakt zu einem Infizierten hatte und deshalb in Quarantäne muss, wird mit weniger Geld am Ende des Monats bestraft.

Die Bundesregierung will keine Impfpflicht, doch diese Regel wirkt ähnlich. Die Politik schiebt die Verantwortung so allerdings auf die Arbeitgeber:innen ab. Am Schlimmsten ist jedoch: Die Entscheidung kann dazu führen, dass Menschen die Quarantäne zu umgehen versuchen. Denn ihre Miete zu zahlen dürfte für viele wichtiger sein als Kontakte zu vermeiden. Eine Regel, die uns eigentlich dem Ende der Pandemie näher bringen soll, könnte so das Gegenteil bewirken. Seite 4

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