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Polizisten stoßen mit Demonstrant:innen zusammen, die gegen die Inhaftierung des Oppositionsführers Nawalny protestieren.
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Polizisten stoßen mit Demonstrant:innen zusammen, die gegen die Inhaftierung des Oppositionsführers Nawalny protestieren.

Kommentar

Risse im System

  • Viktor Funk
    vonViktor Funk
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Die Demonstrationen für den russischen Oppositionellen Nawalny setzen die Regierung Putin deutlich mehr unter Druck als ihr lieb sein kann. Der Kommentar.

Die schlechte Nachricht zuerst: Der Unmut in Russland über den staatlich gewollten oder geduldeten Mordversuch auf Alexej Nawalny wird das Land nicht so schnell positiv verändern, wie es das schon längst verdient hat. Die gute Nachricht: So stabil, wie Putin sein System darstellt, ist es nicht.

Zwar lehnten sich viele Menschen immer wieder mal gegen die Autokratie auf. Aber bis auf die Proteste nach den gefälschten Parlamentswahlen 2011 kochte der Zorn im Volk meistens nur lokal begrenzt auf: Mal geht es um Müllkippen, mal um Straßen, mal um einen örtlichen Politiker.

Jetzt ist es anders: Dieses Mal eint die Demonstrierenden im Land die Einsicht, dass das Attentat gegen einen Unbequemen auch ein Attentat auf die eigene persönliche Freiheit ist. Es wird für die Machthabenden in Moskau und die treuen Provinzfürsten immer schwieriger, mit Stabilität für sich zu werben – und mit Instabilität zu drohen. Nach den chaotischen 1990er-Jahren verfing dieses Argument noch. Doch längst haben die Menschen erkannt, dass von dieser Art der Stabilität nur eine kleine Elite profitiert.

Der Frust darüber wächst. Er breitet sich wie ein Geflecht feiner Risse in einem Bauwerk aus. Und mit Gewalt lassen sich diese Risse nicht mehr kitten.

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