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Erdogan brüllt und bedroht: Seine Türkei hat versagt – Ein Kommentar

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Von: Yağmur Ekim Çay

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Turkish President Recep Tayyip Erdogan (C) receives information about search and rescue operations in Cukurova district
Recep Tayyip Erdogan (M), Präsident der Türkei, spricht zu den Medien bei dem Besuch eines Hilfslagers für Betroffene der Erdbeben. © IMAGO/Turkish presidency \ apaimages

Der türkische Präsident muss verstehen: Die Wahlen müssen verschoben werden. Der Kommentar.

Erdogans Türkei hat versagt. Das weiß der Präsident auch. Denn es hat viel mit seiner Politik zu tun, dass Millionen Menschen im Land in unsicheren Gebäuden wohnen, dass nach dem Beben vom Montag selbst in Stadtzentren nicht die notwendige Hilfe geleistet wird und dass manchen im Katastrophengebiet jetzt sogar der Tod durch Unterkühlung droht.

„Starker Erdogan, starke Türkei“ – ein Bild, das gerne von ihm gezeigt wird. Vielleicht aus genau diesem Reflex heraus brüllt der Präsident am Dienstag herum, bedroht Menschen, die den türkischen Staat kritisieren, lässt Journalisten verhaften, die vor Ort berichten, treibt in den kurdischen Gebieten seinen Krieg weiter und verhindert Hilfsaktionen der anderen Parteien. Recep Tayyip Erdogan will wohl seinen Wahlkampf vorantreiben. Doch die Türkei befindet sich in einer historischen Krise, und Millionen sind davon betroffen.

Spätestens seit Mittwochmittag, seit seinem Besuch vor Ort in Kahramanmaras, scheint er das verstanden zu haben und gibt zum ersten Mal zu, dass die Dinge nicht optimal laufen. Doch eines muss er noch verstehen: Die Wahlen müssen verschoben werden, denn die Menschen vor Ort brauchen jetzt dringend Hilfe – und nicht Kriegstreiberei und Wahlkampf.

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